Die versuchte Ausmerzung der Reinkarnation

Die Reinkarnation ist eine Tatsache.

Am Anfang der Christenheit war die Wiedergeburt eine der Säulen im ganzen Glaubensgebäude. Ohne sie entbehrt das Christentum jeder Logik, denn wie kann ein gütiger Gott dem einen Menschen ein reichliches Leben schenken und dem anderen nur das Hungertuch bescheren.

Frühere Kirchenfürsten und Theologen wie Origenes, Basilides oder der Heilige Gregor lehrten selbstverständlich die Wiederverkörperung der Seele.

Dass im heutigen christlichen Glauben der Gedanke an die Wiedergeburt nicht mehr existiert, ist der machthungrigen Theodora, Ehefrau des Kaisers Justinians zu verdanken. Sie liess all jene Stellen, die in der früheren Bibel auf Reinkarnation hinweisen, entfernen.

Als Tochter eines Bärenbändigers erschaffte sie sich einen sozialen steilen Aufstieg indem sie sich, ihrer weiblichen Reize bewusst, durch den Adel durchschlief. Schliesslich wurde sie die Konkubine des Kaisers und letztendlich gar seine Frau. Besessen strebte sie ihre eigene Vergöttlichung an und der Glaube an die Wiedergeburt stand ihr dabei im Weg. Solange die Reinkarnationslehre in der Bibel verankert war, würden die Menschen Theodora niemals als Göttin akzeptieren. Die Tatsache der Wiedergeburt erwies sich als ein unüberwindlicher Stolperstein; denn wie könnte sie als Göttin in die Geschichte eingehen, wenn alle Menschen wiedergeboren werden, wenn möglicherweise die sündige Kaiserin als ganz normaler Mensch oder gar als Bettlerin geboren wird.

Das bekannte Konzil wurde einberufen und obwohl Theodora in der Zwischenzeit verstorben war, verfolgte ihr Gatte, Kaiser Justinian weiterhin die ehrgeizigen Ziele seiner Frau. Die Reinkarnationslehre wurde ausgemerzt und galt von nun an als Ketzerei und jeder der sie vertrete sei verdammt.

Männer wie Origenes wurden verflucht und die grösste Bibliothek des Altertums in Alexandria wurde von Glaubensfanatikern in Brand gesteckt. Hier befanden sich auch die Schriften des Urchristentums, die bezeugt hätten, dass die Reinkarnation ein fundamentaler Teil des Christentums war.

Im weiteren Verlauf der Geschichte kam die Ausmerzung des Reinkarnationsglaubens vielen Kirchenfürsten, die nach weltlicher Macht gierten, gelegen. Die Kirche häufte sich Reichtümer und riesige Ländereien an.

Seit dem sechsten Jahrhundert hat jeder Mensch nur noch ein Leben zur Verfügung.

Wie wäre wohl die Geschichte verlaufen, wenn die Menschen immer gewusst hätten, dass sie die Früchte ihrer Taten selber ernten werden ?

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